In letzter Zeit ist uns allen wieder einmal sehr klar geworden, wie wichtig für unseren Sohn sein USA-Aufenthalt war. Die Möglichkeit, seinen Horizont mit solch großen Schritten zu erweitern, hätten wir ihm hier nie bieten können. Das Jahr war ein riesiger Gewinn für ihn. Ich glaube nicht, dass er ohne jenes Austauschjahr sein Ziel erreicht hätte, sein Studium an einer amerikanischen Spitzenuniversität abzuschließen.

Aus einem Brief von Eltern eines Ehemaligen an das FSG

Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen (NRW) wird der einseitige internationale Schüleraustausch seit Anfang der achtziger Jahre besonders gefördert. Über hundert Schülerinnen und Schüler haben seitdem ein Schuljahr oder Schulhalbjahr bei einer Gastfamilie im Ausland verbracht, die meisten von ihnen in den USA. Mehr als fünfundzwanzig ausländische Schülerinnen und Schüler waren in diesem Zeitraum zu Gast an unserer Schule.

Warum Schüler-Jahresaustausch?

Das Austauschjahr fällt in eine Entwicklungsphase von Jugendlichen, in der sich ihr Horizont über das nur Lokale oder Gegenwärtige hinaus enorm weitet für größere räumliche und historisch-politische Zusammenhänge. Schule und Elternhaus bemühen sich jeweils auf ihre Weise, den Erfahrungshunger von Jugendlichen dieser Altersstufe zu befriedigen. Besonders aufgeschlossene, interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler unserer Schule aber sollen darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, von den außerordentlichen Entwicklungschancen zu profitieren, die sich während eines Auslandsaufenthaltes bieten.

Sie sollen

  • an den Lebensumständen von Jugendlichen in einem fremden Land als Handelnde teilhaben und dadurch 
  • die Kultur eines fremden Landes »von innen her« kennen- und verstehen lernen, wie keinem Touristen dies je gelingt, 
  • über nationale und kulturelle Grenzen hinweg zu kommunizieren lernen und Respekt für andersartige Lebenszusammenhänge entwickeln, 
  • Anstöße zum forcierten geistigen, sozialen und lebenspraktischen Selbständigwerden erhalten, 
  • im Ausland ein aktuelles und differenziertes Bild der Bundesrepublik Deutschland vermitteln und 
  • durch das Erleben der fremden Kultur angeregt werden, sich mit dem spezifisch Deutschen und Europäischen ihrer hiesigen Lebensumstände reflektiert auseinanderzusetzen. 

Dass sie dabei die Sprache ihres Gastlandes nahezu perfekt erlernen, ist ein weiteres, allerdings eher nachrangiges Ergebnis eines Auslandsaufenthaltes.

Wie funktioniert einseitiger internationaler Schüleraustausch?

Diese Austauschform ist grundsätzlich einseitig: Die Teilnahme am Austauschprogramm bedingt nicht die gleichzeitige oder anschließende Aufnahme eines Schülers aus der Gastgeberfamilie. (Über aktuelle zweiseitige Austauschmaßnahmen von Familie zu Familie können Sie sich informieren in der Website des Regierungspräsidenten in Düsseldorf.)

Die am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen empfohlenen gemeinnützigen Austauschorganisationen arbeiten zum Teil seit über fünfzig Jahren und verfügen über entsprechend viel Erfahrung. Dass sie gemeinnützig sind , bedeutet, dass sie aus der Trägerschaft für Austauschprogramme keinen Gewinn ziehen. Austauschprogramme von kommerziellen Trägern, die es seit etwa fünfzehn, zwanzig Jahren ebenfalls gibt, propagieren wir nicht.

Die gemeinnützigen Austauschorganisationen verlangen von den Austauschschülern eine Kostenbeteiligung in nicht unbeträchtlicher Höhe. Das liegt an den sorgfältigen mehrtägigen Vorbereitungsseminaren, die für die zukünftigen Austauschschüler durchgeführt werden, sowie an den Kosten für (zum Teil mehrfachen) Flugtransport, für Krankenversicherung, Verwaltung, örtliche Betreuung und (bei einigen Organisationen) an dem Taschengeld, das den Austauschschülern ausgezahlt wird.

Damit im Falle echter und nachweisbarer Bedürftigkeit die Teilnahme eines geeigneten Schülers nicht am Geld scheitert, gewähren die Organisationen (Teil- und Ganz-) Stipendien oder Ratenzahlung. Voraussetzung dafür ist die Vorlage einer Verdienstbescheinigung oder eine vergleichbare Form der Glaubhaftmachung. Es stehen zudem Lüner Sponsoren bereit, zu den Kosten der Teilnahme einen Zuschuss zu leisten.

Die Leistung der Schule für das Zustandekommen eines Austauschaufenthaltes besteht in der Beratung der interessierten Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern sowie in der Begutachtung der Bewerber.

Welche Auswirkungen hat das Austauschjahr auf die G8-Schullaufbahn?

Bitte entnehmen Sie die Regelungen für einseitigen internationalen Schüleraustausch in der achtjährigen gymnasialen Schullaufbahn dem aktuellen behördlichen Merkblatt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Klassenleiter oder die Klassenleiterin oder an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, die FSG-Austauschbeauftragte.

An wen wende ich mich, wenn ich einen ausländischen Gast in meiner Familie aufnehmen will?

Sie können bei allen Austauschorganisationen Ihr Interesse an einem ausländischen Austauschschüler anmelden, der bei Ihnen – je nach Programm – für mehrere Wochen, Monate oder ein Jahr wie ein Familienmitglied im Hause lebt. Für die gastgebende Familie kann es sehr anregend sein zu erfahren, wie ein junger Franzose, Kanadier oder Amerikaner auf die so anderen Lebensverhältnisse bei uns reagiert. So ein Kontakt entwickelt sich mitunter zum privaten zweiseitigen Austausch und zu lebenslanger Freundschaft.

Welche Austauschorganisationen gibt es?

Den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler steht es frei, eine Austauschorganisation oder -firma ihrer Wahl für den Schüleraustausch zu nutzen. Wir empfehlen jedoch gemeinnützige Austauschorganisationen:

  • Echte gemeinnützige Austauschorganisationen werden wesentlich getragen durch das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitglieder, von denen viele selbst ehemalige Austauschschüler sind und aus eigener Erfahrung wissen, wovon sie sprechen, wenn sie die Austauschinteressenten der jüngsten Generation beraten oder – nach deren Auswahl durch die Austauschorganisation – im Austausch-Vorbereitungscamp auf den Auslandsaufenthalt vorbereiten.
  • Echte gemeinnützige Austauschorganisationen sind nicht auf die Erzielung eines Geschäftsgewinns gerichtet. Das gilt auch für deren Mitglieder, die als Ehrenamtliche keine Provision für das Vermitteln eines Austauschschülers erhalten, und für die Gastfamilien, die einen Austauschschüler für die Dauer des Austauschjahres unentgeltlich bei sich aufnehmen.
  • Echte gemeinnützige Austauschorganisationen sind nicht konstruiert als Aushängeschild eines kommerziellen Sprachreise-Unternehmens, das im Hintergrund seine Wirtschaftsinteressen verfolgt.

Bitte informieren Sie sich hier über gemeinnützige Austauschorganisationen.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Es lohnt sich, vor der Bewerbung bei einer Austauschorganisation die folgenden Informationsquellen zu nutzen:

  • Schuljahres-Aufenthalte in den USA: Ein praktischer Ratgeber für Eltern und Schüler aus der Sicht des Verbraucherschutzes. Hrsg. von der gemeinnützigen Aktion Bildungsinformation e.V. (Postfach 100 164, 70001 Stuttgart – Fax 07 11/29 93 30 – E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Preis: ca. € 16,00 inkl. Versand). Die Broschüre enthält eine ausführliche Marktübersicht, Entscheidungshilfen sowie eine Liste der Schuljahresaufenthalte weltweit.
  • Schüleraustausch: Gastschulaufenthalt weltweit, primär Australien, Kanada, Neuseeland. Hrsg. von der gemeinnützigen Aktion Bildungsinformation e.V. (s.o.). Preis: ca. € 16,00 inkl. Versand. Die Broschüre bietet eine ausführliche Marktübersicht über 33 Anbieter, einen Leistungsvergleich, Entscheidungs- und Rechtshilfen, eine Bewertung sowie Teilnahmeberichte aus Neuseeland und Kanada.

Anmeldung

Hier gelangen Beschäftigte des FSG in den internen Bereich der Website.

 

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