Von Katrin Dworzecki und Silke Wieczorrek | Der letzte Tag brach an. Er war natürlich verplant bis in die letzte Minute für uns stand ein gedrängter Tagesablauf auf dem Programm. Zuerst gings zu einer Besichtigung nach Haithabu ins Wikingermuseum. Dort waren Werkzeuge und Kleidung der Wikinger ausgestellt. Wir fanden es jedoch alles andere als interessant. Als es auch noch einen Film über ein Wikingerschiff gab, das aus dem Haithabu-Moor ausgegraben worden war, mußten wir uns zusammenreißen,um nicht einzuschlafen. Dann war die Zeit, die für den Besuch des Museums geplant war, endlich um. Wir marschierten zurück zu den Bussen, wo wir erst einmal einen kleinen Imbiß zu uns nahmen. So gestärkt fuhren wir weiter nach Schleswig, wo wir Schloß Gottorf besichtigten. Dort gab es das Wikingerschiff, von dem der Film in Haithabu handelte, zu sehen. Dort konnte man auch mit dem Kopfhörer das gotische »Vaterunser« hören. Das Interessanteste waren die Moorleichen. Alle drängten sich in dem dunklen, kleinen Raum, in dem sie ausgestellt waren. Sie sahen wirklich etwas unheimlich aus. Die Knochen hatten sich zum größten Teil aufgelöst, daher wirkten sie wie plattgedrückt. Die Haut war dunkelbraun und erschien wie Leder. Als wir alles besichtigt hatten, gings zu Fuß weiter zum Sankt-Petri-Dom. Er war sehr groß und besaß eine besonders schöne Orgel. Wir wagten kaum zu sprechen. Nach dieser Besichtigung gingen wir wieder zurück zu den Bussen. Eigentlich hätten sie uns wieder zurück zum Schwennauhof fahren sollen, weil wir von den drei Besichtigungen ziemlich geschafft waren. Doch was passierte? Die Lehrer bestanden darauf, auch noch einen einlaufenden Tanker zu besichtigen. Seufzend schlüpften wir also wieder in unser Regenzeug, denn wie so oft regnete es schon wieder, und stiegen zähneklappernd aus dem Bus. Kaum waren wir draußen, fuhren die Busse weg. Warum auch nicht? Jetzt war uns alles egal. Ein paar von uns gingen mit den Lehrern, um den Tanker zu besichtigen, doch die meisten blieben unter dem schützenden Dach einer Pommesbude, die dort stand und auch sogleich einen wahren Ansturm erlebte. Der Inhaber strahlte, denn die Kasse klingelte. Zunächst waren wir alle mit dem Essen beschäftigt, doch dann begannen wir ungeduldig zu werden. Wo blieben die anderen denn nur? Es regnete, und vor Kälte klapperten wir mit den Zähnen. Endlich kamen sie. Jetzt hatten wir noch bis zum Ortseingang zu laufen, wo die Busse parkten, und dann gings endlich, endlich wieder zurück zum Camp. Natürlich kamen wir zu spät zum Abendessen. Na ja, es schmeckte sowieso nicht besonders.Der einzige Lichtblick für uns war im Moment die Disco, die abends zum letzten Mal stattfinden sollte. Sie wurde auch wirklich ein Erfolg. Zwar mußten wir den Raum mit der anderen Gruppe teilen, aber das machte nichts, denn von denen tanzte fast jeder, und das riß uns natürlich mit. Die Musik war auch toll organisiert. Etwa um 20.15 Uhr war noch einmal ein Treffen in unserem Meeting-Raum. Es wurden einige Lieder gesungen, die wir konnten, zum Beispiel »Sailing« und »Eternal Flame«. Dann führten ein paar Leute etwas auf, einen Sketch, ein ulkiges Lied und so weiter. Es war toll. Um ca. 21 Uhr gings dann nochmal zurück zur Disco. Dort wurde noch bis 21.30 Uhr getanzt. Dann kam der »Chef«, Herr Höfer, und machte Schluß mit der Musik. Er war wenigstens verständnisvoll genug, uns noch den Blues zu Ende hören zu lassen, der gerade lief. Um 22 Uhr sollte der Tag eigentlich zu Ende sein. Denkste! Da gings erst richtig los! Geschlafen hat (fast) niemand. Im Gegenteil, alle waren putzmunter (siehe auch das Kapitel »Rambazamba um Mitternacht«). Doch leider ging auch dieser Tag einmal zu Ende. Schade. |