Hüttenzauber, Fördesand

Landschulheimaufenthalt der Klasse 7c in Glücksburg vom 10. bis 18. Mai 1990
Donnerstag, der 10. Mai 1990
Von Nadine Lubnau, Gesine Thomsen und Uta Schoen

Es war 8.30 Uhr. Der Theaterplatz in Lünen füllte sich. Immer mehr Autos fuhren heran, und wir begrüßten stürmisch unsere Kameraden. Endlich standen 70 Schüler versammelt mit Eltern und Lehrern und warteten auf die Busse, um sich herum ein Berg von Koffern, Taschen und Tüten. Um 9.15 Uhr kamen die Busse auf den Platz gerollt. Ächzend und stöhnend schoben die Busfahrer unser Gepäck in die dunklen Laderäume unter der Sitzfläche. Inzwischen war die Spannung gestiegen – jeder wollte einen guten Sitzplatz ergattern, deshalb gab es großes Gedränge vor den Bustüren. Schließlich stürmten wir in die Busse und sicherten uns einen Platz. Als wir abfuhren, winkten uns vereinsamte Mütter und Väter nach. Manche Schüler waren etwas niedergeschlagen, da sie zum ersten Mal ohne die Eltern von zu Hause wegfuhren.

Die sechs– bis siebenstündige Fahrt war einigermaßen zu überstehen, da wir dreimal rasteten und etwas für unsere Bildung taten: Wir nahmen Bravo, Mädchen und ähnliche Zeitschriften zur Hand. Auf einem der Rastplätze stank es widerlich nach Gülle, so daß wir froh waren, als wir wieder in den Bussen saßen. 16.00 Uhr, Ortsschild Glücksburg: Schreien und Umherspringen im Bus, doch wir hatten uns zu früh gefreut, denn erst gab es noch einen ungewollten Abstecher durch einige Nebenstraßen, da sich die beiden Busfahrer verfuhren. Dafür war Herr W. verantwortlich. Er hatte dem Busfahrer den falschen Weg erklärt. Nun ging es rückwärts aus dem engen Feldweg heraus. Dabei nahm der Bus einige Äste mit.

Zwanzig Minuten später kamen wir auf dem Schwennauhof an. Die Busfahrer hievten unsere Koffer wieder aus den Bussen. Wir schleppten, zogen oder trugen die Koffer den kleinen Hügel hinauf, auf dem die Hütten versetzt angelegt waren. Als wir schweißgebadet oben standen, herrschte noch einigermaßen gute Stimmung, bis die Hüttenverteilung bekannt gegeben wurde. Denn leider lief die Bettenzuweisung anders als von uns geplant. Nach einiger Problemerörterung war dieses Thema abgehakt. Wir schliefen halt zu zwölft in einer Elfer–Hütte.

Als wir die Koffer auspackten, kam Problem Nummer zwei: Wie bekommt man einen ganzen Koffer Kleidung (oder auch zwei – wie bei Corinna Heick) in ein mickriges, kleines Schrankfach? Wir gaben schließlich den Versuch auf, alles mit Schwung in den Schrank zu schmeißen und die Tür zuzuhauen. Einen kleinen Teil ließen wir in den Koffern, den Rest stopften wir in den Schrank.

Danach erkundeten wir die Umgebung und fanden sie toll. Um 19.00 Uhr gab es Abendessen. Dazu sparten wir uns unseren Kommentar, denn wir hatten Hunger. Anschließend stapften wir zum Strand. Obwohl es kühl war, hüpften einige ins Wasser. Sie hatten eigentlich vor, nur bis zu den Knien naß zu werden, doch obwohl sie die Hosenbeine hochgekrempelt hatten, kamen sie klatschnaß wieder zurück. Im Schwennauhof angekommen, duschten viele (ob mit oder ohne Kleidung, war egal).

Ein Lehrer erinnerte uns daran, daß um 22 Uhr Bettruhe herrschen sollte. Aber wir waren entschlossen: Wir machen durch. Wir lagen in unseren Betten – was noch lange nicht hieß, daß wir schliefen. Ab und zu kamen und gingen ein paar Sandmännchen (an den Namen von einem erinnern wir uns noch; wir glauben, es hieß Stefan S.). Die Sandmännchen wollten alles andere als uns Sand in die Augen streuen. Doch sie hatten auch noch woanders zu tun und verließen uns schon nach einigen Stunden wieder. Wir täuschten vor, zur Toilette zu müssen, machten aber auch einen kleinen Umweg ins Sandmännchenreich. Am nächsten Morgen hatten die Lehrer eine Überraschung für uns parat …

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Stand: 28.04.2001
Artur Weinhold

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