Hüttenzauber, Fördesand

Landschulheimaufenthalt der Klasse 7c in Glücksburg vom 10. bis 18. Mai 1990
Über die Qualität des Essens
Von Matthias Zühlke und Gunnar Herrmann

Nach der langen Anreise waren wir alle gespannt, was es am Abend geben würde. Da uns die Lehrer versprochen hatten, daß das Essen reichhaltig und gut sei, machten wir uns keine Sorgen. Wir gingen optimistisch in den Speisesaal, aber was sahen wir zu unserem Entsetzen auf dem Tisch stehen? Da standen pampige Nudeln und ein wäßriges, kaltes Süppchen. Zu unserem Erstaunen schmeckte diese kalte Mischung relativ gut.

Morgens bekamen wir recht frische Brötchen, Tschernobyl-verseuchtes Nusspli, so süß wie Sirup, und ein winziges Stück Kalbsleberwurst. Zu trinken gab es eine Art Kakao, der ziemlich klumpig war.

Freitag mittag erhielten wir ein riesiges Lunch-Paket. Es bestand aus zwei Tüten zu trinken, einem Mini-Cake, einem mehligen Apfel und vom Frühstück stammenden Brötchen. Kaum zu glauben, daß das schon alles war – der Ernst des Lebens. Am Abend standen leckere, aufgetaute und leicht angekochte Fischstäbchen auf den Tischen. Die Entstehung der versalzenen und fettigen Bratkartoffeln war für uns leider nicht nachzuvollziehen.

Das Hühnerfrikassee am Samstag mittag glich einer Delikatesse. Der Reis war körnig, und das Frikassee war sehr fleischhaltig und schmeckte vorzüglich. Die Brotzeit am Abend war etwa so reichhaltig wie das Frühstück.

Die Beilagen bestanden aus: ein wenig Aufschnitt, Schmierkäse und einem bißchen Grünzeug. Sonntag mittag gab es Gebratenes, das allerdings schon kalt war. Dazu versalzene Kartoffeln und braunen Rotkohl.

Die Schnitzel-Köstlichkeit bekamen wir am Montag serviert. Sie schien aus dem Baumarkt zu stammen. Trotz der zwei Drittel Fett war das Fleisch zäh wie Leder. Dazu genossen wir ein paar faserige Bohnen. Zur Freude der Neuankömmlinge bekamen wir Fleischstücke in braungefärbtem Wasser und die gleichen mißratenen Nudeln wie am Donnerstag. Dazu klatschten wir uns Kartoffelpüree auf den kleinen Teller.

Am letzten Tag, dem Donnerstag abend, wurden Frikadellen kredenzt, die kurz vor dem Zerfallen waren – der Koch hatte mit dem Fett nicht gespart. Da am Mittwoch vom Kartoffelpüree noch etwas übrig geblieben war, gab es dieses auch am Donnerstag abend. Jetzt kamen aber noch verkochte Erbsen und Möhren dazu.

Ab und zu gab es auch Desserts. Sie waren so gut, daß sie so manche(n) ins Bett hauten. Sie waren übrigens so billig, wie sie schmeckten.

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Stand: 28.04.2001
Artur Weinhold

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