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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen

Freiherr vom Stein Gymnasium Lünen

Gegen das Vergessen

Schüler erinnern auf ihre Weise an Pogromnacht und die Nazi-Herrschaft
Einen Tag nach den bundesweiten und Lüner Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht von 1938 zogen gestern Abend Schüler des Freiherr-vom-Stein- und des Gymnasiums Altlünen zum Mahnmal an der Lippebrücke: Dort appellierten sie an die Passanten, im Alltag Toleranz und Respekt gegenüber den Mitmenschen walten zu lassen.

„Nie wieder Mord und Zerstörung durch Menschenfeindlichkeit“, lautete die Botschaft der Schüler. Im Unterricht waren die Stein-Schüler vor ihrem gestrigen Auftritt der Frage nachgegangen, „ob so eine Brutalität wie damals in der Pogromnacht in Lünen mit der Ermordung jüdischer Mitbürger in der Lippe und der Zerstörung des jüdischen Friedhofes an der Münsterstraße hätte verhindert werden können“.

Erziehung wichtig

Dabei seien sie zu der Überzeugung gelangt, so Martin Loer, Religions- und Pädagogiklehrer am Stein-Gymnasium, am Rande der Veranstaltung, dass der Schlüssel für moralisches Handeln von Kindern und Jugendlichen die Erziehung sei. Deshalb erinnerten Loer und seine Schüler in Wortbeiträgen auch an das Leben und die Taten des jüdischen Pädagogen Janusz Korczak, dessen Gedanken maßgeblich zur Abfassung der UN-Kinderrechte führte. Der Schüler-Eltern-Lehrer-Chor des Stein-Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrer Thomas Fischer brachte den Passanten mit einem Wiegenlied Korczaks Leitgedanken „nach dem Recht des Kindes auf Achtung“ näher.

„Wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass man die Gräueltaten der Nazi-Herrschaft nicht vergisst“, erklärten Leonie Mettke (17) und Gülnaz Guler (18) vom Gymnasium Altlünen unisono. Im Unterricht waren die Schülerinnen des Geschichte-Leistungskurses der Frage nachgegangen: „Was ist Rassismus?“ Ihre Antwort: „Dazu gehören schon kleinste fremdenfeindliche Äußerungen im Alltag.“