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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Lünen

Freiherr vom Stein Gymnasium Lünen

Suckrau: „Nicht viel Neues dabei“

Reaktionen zu G8-Empfehlungen

Sie sollen das Turbo-Abi erträglicher machen: Die Landesregierung hat Expertenempfehlungen veröffentlicht, mit dem Ziel, den Lern- und Arbeitsdruck im G8-System zu mindern (siehe Kasten). Ein gutes, ein notwendiges Anliegen – da sind sich die Schulleiter der Lüner Gymnasien einig. Die Expertenvorschläge seien jedoch „sehr vage“, kritisiert Detlef Suckrau.

Und der Mann, der das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (FSG) derzeit kommissarisch leitet, legt nach: „Das sind durchaus schöne Vorstellungen. Aber manche gelten bereits – und für andere muss die Erlasslage erst einmal geändert werden.“

Kein großer Neuigkeitswert also? Wenig handfest? Beispiele, die diese Annahme nahe legen, hat Suckrau eine Menge: „Der Vorschlag ist etwa, dass wir in der Sekundarstufe I lediglich zwei Arbeiten pro Woche, in Ausnahmefällen auch drei schreiben dürfen. Das ist aber bereits Fakt“, so Suckrau. Keine Hausaufgaben bei Nachmittagsunterricht – ebenso Regel. Oder ein letzter Fall: Nur ein Mal in der Woche Nachmittagsunterricht in den Klassen 5 bis 7. „Auch das ist für die 5 und 6 bereits jetzt verpflichtend“, unterstreicht er.

Bemühen richtig

Zu betonen, dass bei aller Kritik an einer bedeutenden Baustelle gearbeitet wird, ist Suckrau wichtig: „Der Versuch, G8 zu entschärfen, ist aller Ehren wert – und wir werden uns auch genau anschauen, ob es etwas gibt, was wir vielleicht ad hoc noch verbessern können“, sagt er – und ist damit auf einer Linie mit seinem Kollegen Dr. Norbert Ingler (Foto 2), dem Leiter des Gymnasiums Altlünen: „Das geht in die richtige Richtung“, sagt er.

In eine Richtung, die man auch am Gymnasium Altlünen schon seit einiger Zeit eingeschlagen hat: „Wir haben schon manches gemacht, was sich dort nun wiederfindet. Etwa ein Hausaufgabenkonzept entwickelt“, berichtet Ingler.

Ins Detail gehen

Geht es aber ins Detail, wird klar, dass viele Empfehlungen der Experten noch genauerer Diskussion bedürfen. Und sich „selbst bei fantastischer Planung“ (Ingler) auch Probleme ergeben.

Beispiel Hausaugaben. Die seien wichtig – und von der breiten Mehrheit der Eltern auch gefordert: „Vokabeln müssen gelernt oder auch Aufsätze zu Hause geübt werden. Dafür fehlt im Unterricht die nötige Ruhe“, so Ingler. „Die Fächer benötigen Hausaufgaben-Zeit. Sonst fängt man wieder bei Null an“, pflichtet Suckrau bei. Und auch, wenn man bei langen Nachmittagen auf Hausaufgaben verzichte, so Ingler, hieße das nicht, dass auf die Schüler keine Arbeit zukäme: „Nehmen wir mal an, dienstags ist lange Unterricht – am nächsten Tag Klausur. Der Lehrer empfiehlt, noch einmal Lektionen zu wiederholen. Das sind keine direkten Hausaufgaben, zeigt sich aber im Ergebnis.“

Abzuwarten bleibt, wie der Landtag mit den Empfehlungen umgeht. Der Wunsch ist hier, dass die Regelungen bereits im neuen Schuljahr greifen. „Dann müssen wir uns genau anschauen, was der Erlass vorsieht und die Sache gezielt angehen“, so Ingler.